Das Leben Udo Jürgens`

Das Lebenswerk des Udo Jürgens in einer Kurzfassung …
von Peter Roland.

Udo Jürgen Bockelmann wurde am Sonntag, den 30. September 1934 um 19.30 Uhr im Schloß Ottmanach in Kärnten (Magdalensberg im Klagenfurter Land / Österreich) geboren. Seine Mutter Käthe stammt aus Schleswig-Holstein, der Vater Rudolf ist der in Moskau geborene Schloßherr und Landwirt. Als zweitgeborener wächst Udo im elterlichen Schloss zusammen mit seinen Brüdern John und Manfred auf.

Udo Jürgens als Kind

Mit fünf Jahren beginnt Udo zu musizieren. Seine Eltern schenken ihm eine kleine Mundharmonika und etwa zwei Jahre später erfüllt sich sein Wunsch nach einem Akkordeon.

Das Piano wird im Alter von 13 Jahren zu „Udo`s“ Instrument. Das Spielen darauf brachte er sich autodidaktisch selber bei. Seine besondere Begabung wird von den Eltern gefördert. Nach Opernbesuchen konnte er, nach eigener Aussage, das Gehörte sogleich „mit absoluter Sicherheit“ nachspielen. So kam es, daß diverse Musikpädagogen anreisten, um sich das „Wunderkind aus Kärnten“ anzuhören.

Im jungen Alter von 14 Jahren beginnt Udo ein Musikstudium am Konservatorium in Klagenfurt. Er belegt dort die Fächer: Klavier, Harmonielehre, Komposition und Gesang. Da parallel zum Studium seine Schulausbildung am Realgymnasium erfolgt, ist sie für ihn natürlich eine erhebliche Belastung.

Nur wenig später, nämlich mit 15 Jahren, tritt er bereits regelmäßig am Samstag mit seiner Band in (teils schmuddeligen) Lokalen auf. Auf dem St. Veiter Wiesenmarkt spielte er satte 10 Tage oder besser Nächte lang, mit nur 4 Stunden Pause, bis ihm die Finger blutig waren. Aber auch die Bedenken seines Vaters, Musik sei nicht das Richtige für Ihn, bringen ihn nicht von seinem Ziel ab, einmal auf großen Bühnen zu stehen.

Mit dem Lied „Je t’aime“ gewinnt der 16-jährige Udo als jüngster Teilnehmer bei einem Komponisten-Wettbewerb des Österreichischen Rundfunks den 1. Preis. Mit diesem Sieg in der Tasche hängt er seine Schultasche an den Nagel, um sich ganz der Musik zu widmen.

Unter dem Künstlernamen „Udo Bolan“  gründet er die gleichnamige Band. Ihr erster Auftritt fand im  Gasthof Valzachi in Klagenfurt für eine Stundengage von damals 0,42 Cent statt. Die Combo spielt Swing, Tanzmusik und Udo`s Eigenkompositionen. Manchmal tritt er hier im schwarzen Hochzeitsanzug seines Vaters auf, weil das Geld für einen eigenen Smoking noch fehlte. Das war wichtig für ihn, denn er hatte immer den Blick für`s Detail; für das i-Tüpfelchen. Von der Tatsache, daß Capitol-Records aus Amerika seine erste Single ablehnen, läßt er sich nicht aus der Ruhe bringen.

Udo arbeitet in der Folgezeit als Komponist, Dirigent, Musiker, Arrangeur und Sänger für das Radiostudio Klagenfurt. Außerdem moderiert und musiziert er bei der wöchentlichen Radioshow des britischen Militärsenders British Forces Networks. Mit Ende der Studienzeit geht er nach Salzburg ans Mozarteum und reiht sich in die Schaar der prominenten Absolventen des Instituts ein.

Hejo Hejo Gin und Rum

Mitte der 50er Jahre ist Udo mit verschiedenen eigenen Combos unterwegs und macht sich langsam einen Namen als Jazzpianist. Mit „Heji, Hejo, Gin und Rum“ und den „Octavios“ schafft er es erstmals 2 Monate in Deutschland in die Charts.

Im Jahr 1956 bekommt er seinen ersten Plattenvertrag mit Polydor. Der Anfang seiner Karriere ist greifbar nah; nur daß der erste Titel „Es waren weiße Chrysanthemen“, laut Udo, ein kapitaler Flop wird.

Mit dem „Orchester Max Greger'“ ist Udo, der mittlerweile unter dem Künstlernamen „Udo Jürgens“ auftritt,  4 Wochen auf Russland-Tournee. Finanziell reicht es nach der Tournee auch nur zum Tingeln oder zu unbeachteten Auftritten, beispielsweise in dem kleinen Lokal „Bei Gisela“ in München, für etwa 10 Euro pro Abend. Im gleichen Jahr wird Udo für den Unterhaltungsfilm entdeckt und gibt sein Debut in dem Revuelustspiel „Die Beine von Dolores“ neben bekannten Schauspielern wie Grethe Weiser und Theo Lingen.

1958 dreht er mit 24 Jahren den Film „Lilly – Ein Mädchen aus der Großstadt“ und 1961 „Und Du mein Schatz bleibst hier“, neben Stars wie Vivi Bach, Hans Moser, Trude Herr und anderen. Udo sagt zu seiner Filmzeit: „In einer Zeit wo niemand an mich geglaubt hat, hat Carl Spiehs, der Filmproduzent, immer gesagt: Der wird eines Tages groß werden! Ich habe in seinen Filmen kleinere Rollen gespielt und das vergißt man nicht“

Bei sogenannten „bunten Abenden“ tritt Udo im Vorprogramm von aktuellen Stars auf.

Udo erregt 1960 erstmals Aufsehen als Teilnehmer der siegreichen deutschen Equipe beim Festival in Knokke. Er erhält den Presse-Preis als „Bester Einzelsänger des Festivals“. Sein Titel „Jenny“ wird ein Nummer 1-Hit in Belgien und steht 4 Monate in den deutschen Charts.

Udo Jürgens mit der Equipe 1960 in Knokke

Für Shirley Bassey komponiert Udo zu dieser Zeit den Welthit „Reach For The Stars“.

Anfang der 60-er Jahre arbeitet er als Filmdarsteller in Komödien wie „Unsere tollen Tanten“, „Unsere tollen Nichten“, „Drei Liebesbriefe aus Tirol“. Parallel spielt er Galaauftritte in Belgien, Deutschland und Österreich.

Unsere tollen Tanten - Udo Jürgens

Polydor beschließt 1963 den Schallplattenvertrag mit Udo nicht zu erneuern. Daraufhin will Udo das Singen aufgeben und nur noch komponieren. Glücklicherweise trifft er zu der Zeit auf den erfolgreichen Showmanager Hans R. Beierlein, der ihn umstimmt und ihm dabei hilft zu „einer unverwechselbaren Marke“ zu werden. Er rät ihm, sich musikalisch am französischen Chanson zu orientieren und sich an frechere Texte zu wagen. Von den Qualitäten Udo`s als Komponist war Beierlein überzeugt, von seinen als Sänger weniger. Auch Udo selber betonte immer wieder, daß ihm die Rolle des Komponisten wichtiger sei als die des Sängers. Er selbst habe eine kritische Einstellung zu Sängern. Texte hat Udo in der Regel übrigens nicht gedichtet. Später hat er dazu viel mit Joachim Fuchsberger, Thomas Hörbiger, Hans Hellmut Krist, Walter Brandin und Michael Kunze zusammengearbeitet.

Die Tatsache, daß Udo Pianist war, nutzte Beierlein für seine Vermarktungsstrategie: “Udo saß am Klavier, der einzige (Sänger), der am Flügel gesessen war. Das Klavier ist also ein Imagebestandteil geworden für Udo … Diese Klavierspielarie, die wir in den ersten Jahren außerordentlich gepflegt und gefördert haben, hat bei den Leuten draußen immer wieder den Eindruck erweckt, das ist nicht einer, der hingeht und mit Technik zum Singen gebracht wird, sondern einer der es kann.“

Biografische Fakten wurden durch das Management in der Öffentlichkeit so eingesetzt, daß sie ein bestimmtes Image fördern, das darüber hinaus auch noch gut zu den Songtexten paßte.  Und das klappte. Nicht umsonst wurde der Name „Udo Jürgens“ als Werbeträger für die Sektmarke Deinhard, den Baumarkt OBI oder Produkte der Marke Abtei verwendet.

Die 1. Platte „Tausend Träume“ wird ein Riesenhit in Österreich. Udo Jürgens komponiert für viele deutsche Musikstars, u.a. für Gus Backus, Gerhard Wendland, Rex Gildo für den Film „Tanze mit mir in den Morgen“.

Udo Jürgens 1964 in Kopenhagen

Am 21.03.1964 folgt seine erste Teilnahme am „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ für Österreich in Kopenhagen. Udo erreicht mit „Warum nur, warum?“ den beachtlichen 5. Platz und macht daraus einen Welthit: Matt Monroe verkauft mit der englischen Version „Walk Away“ auf Anhieb 1,5 Millionen Schallplatten, landet auf Platz 1 in England, Platz 2 in den USA und belegt Spitzenplätze in den Hitparaden rund um die Welt. Udo’s deutschsprachige Originalversion wird Nummer 1 in Frankreich.

Für Frank Sinatra komponierte Udo  „If I never sing another song“. Da Frank sich zu der Zeit jedoch eine Karrierepause genehmigte, trat er den Titel an Sammy Davis jr. ab. Glück für Sammy, denn der Titel wurde „sein“ Hit. Jedes seiner Konzerte und seine Fernsehauftritte wurden von da ab mit diesem Titel beendet.

Im Jahr 1965 folgte die zweite Teilnahme am Grand Prix Eurovision in Neapel: „Sag‘ ihr, ich laß sie grüßen“ landet auf Platz 4. Und das obwohl er nervlich völlig fertig war. Der klimatische Umschwung und die Hochspannung nahmen ihn so mit, daß er nach der Veranstaltung zusammenbrach.

Mittlerweile singen Internationale Stars wie Catarina Valente, Brenda Lee, Sacha Distel, Jean-Claude Pascal Udo`s Kompositionen. Matt Monroe schafft mit der Udo-Jürgens-Komposition „Without You“ einen Welt-Hit und Udo erhält  dafür seine erste internationale „Goldene Schallplatte“. Quincy Jones produziert mit Sarah Vaughan den Udo-Jürgens-Titel „Right Or Wrong“.

1966 Udo Jürgens in Luxemburg

Obwohl er sich partout dagegen gewehrt hatte, folgt die dritte Teilnahme am „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ in Luxemburg. Am 05.03.1966 erreicht er hier mit „Merci Cherie“ den ersten Platz. Der Titel wird ein Welthit mit Hitparaden-Spitzenpositionen in über 20 Ländern. Es folgten Konzerte in allen europäischen Ländern, Teilnahme am Festival in Rio de Janeiro. Die erste LP „Porträt in Musik“ wird auf Anhieb ein Bestseller. Die Komposition „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ gewinnt den goldenen Löwen und Udo erhält von der Jury deutscher Schallplatten-Journalisten die Auszeichnung als „bester deutschsprachiger Sänger“.

Sein Plattenvertrag mit Ariola bringt 1967 mit „Was ich dir sagen will“ als meistverkaufte LP des Jahres hervor. Udo erhält „Gold“ für eine Million verkaufter „Merci Cherie“ und leistet eine triumphale Deutschland-Tournee. Es folgen Konzerte in Polen, der DDR, Ungarn, der CSFR, Bulgarien und Rumänien.

Der Mann der vor wenigen Jahren noch kaum genügend Geld für ein Abendessen hatte, ist nun Millionär.

Udo produziert einen Erfolg nach dem anderen und seine neue Deutschland-Tournee übertrifft die Erste.

1970 Konzerthalle

Es folgt die 266-Städte-Tournee „Udo 70“.  Seit Anfang 1969 hat Udo sich auf seine Mammut-Tournee vorbereitet, sein bisher größtes Abenteuer. Es die die Tournee der Tourneen. Sie begann am 04.09.1969 im Opernhaus Bayreuth und endet am 04.07.1970 in der Berliner Deutschlandhalle. In den 10 Monaten gastierte Udo in 153 Städten und gab 222 Konzerte mit über 500 tsd Besuchern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Belgien, Luxemburg, Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Udo ist zu der Zeit das Idol der deutschen Jugend; für die Zehnjährigen der „König des deutschen Schlagers“; gleich nach Mao und noch vor John F. Kennedy der zweitbeliebteste Mann der Welt.

Im Jahr 1971 entfacht eine öffentliche Diskussionen um Udo`s gesellschaftskritisches Lied „Lieb Vaterland“. Der Text dazu stammt vom Satiriker Eckard Hachfeld.

Am 28. August ist Udo Jürgens der Star des „Galaabends der Deutschen Schallplatte“, einen Tag später am 29.08. hebt er im Berliner Olympia-Stadion das Lied der Deutschen Fernsehlotterie „Zeig mir den Platz an der Sonne“ vor 75.000 Menschen aus der Taufe und zeigt damit „Ein Herz für Kinder“.

Udo singt 1972 erstmals japanisch. „Wakare no asa“ („Was ich dir sagen will“) wird Nr. 1 in der japanischen Hitparade. Er schlägt damit die Beatles und die Rolling Stones. Der Text stammt übrigens von Joachim Fuchsberger. Seine Tournee durch Japan ist ein Sensationserfolg – eine neue noch größer Japantourneee folgt daraufhin 1973.

Vor 40.000 Zuschauern erlebt Udo 1973 einen gemeinsamen Auftritt mit Shirley Bassey im riesigen Maracana – Stadion in Rio de Janeiro. Udo`s „Alguien Canto“ (die spanische Version „Was ich dir sagen will“) wird ein monatelanger Südamerika-Hit.

Udo Jürgens 1974 in Amsterdam

„Griechischer Wein“ wird 1975 der Hit des Jahres, so daß selbst der griechische Ministerpräsident Karamanlis ihn zusammen mit den Textdichter Michael Kunze in Athen empfängt. Das Lied wird in der griechischen Fassung „Phile kerna krassi“ zu einer Art Volkslied.  Es folgen daraufhin Tourneen durch Griechenland, Polen, Australien, Japan und Deutschland.

Mit 42 Jahren erhält Udo „Gold“ für die LP „Meine Lieder“ und „Griechischer Wein“, sowie den „Deutscher Schallplattenpreis“ als „Sänger des Jahres“ und sein  Titel „Ein ehrenwertes Haus“ erhält als „Bestes Lied des Jahres“ die „Goldene Europa“.

Im Jahr 1977 trennt sich Udo medienwirksam von Manager Beierlein und es beginnt die Zusammenarbeit mit dem neuem Manager-Partner, dem Schweizer Freddy Burger. Beide kannten sich bereits, da Freddy Burger sehr oft seine Konzerte organisierte. Burger hatte auch Pepe Lienhard unter Vertrag, so lernte Udo Pepe kennen und ging ab diesem Moment mit ihm auf Konzertreise – eine Zusammenarbeit die bis an sein Lebensende bestand hatte.

Es folgten Auftritte mit Pepe Lienhard in Kanada und USA. „Aber bitte mit Sahne“ wird der Superhit in den Diskotheken. Seine erste Personality-Show im ZDF erzielte eine Einschalt-quote von 54% und Udo unterzeichnet einen langjährigen Plattenvertrag mit Ariola.

Udo Jürgens und die Nationalelf

Der Deutsche Fußball Bund verpflichtet Udo 1978 nach dem Erfolg mit „Fußball ist unser Leben“ aus 1974 für einen neuen Titel. Zusammen mit dem Textdichter Wolfgang Hofer gelang ihm der Song „Buenos dias, Argentina“. Mit der deutschen Fußballnationalelf wird es der größte Schallplattenhit von Udo`s Karriere: „Gold“ nach fünf Wochen und „Platin“ nach zwei Monaten. Die Deutschlandtour mit 44 Konzerten, sowie die Touren durch Holland, Österreich, Schweiz, Polen und Kanada sind ausverkauft. Die ZDF-Show „Ein Mann und seine Lieder“ erreicht eine Einschaltquote von 56% und das Prädikat „Show des Jahres“. Er erhält in diesem Jahr diverse Auszeichnungen.

Die „Udo ’80“-Tournee wird mit 330.000 Besuchern in 110 Konzerten seine bis dahin erfolgreichste Konzerttournee. Die ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) verleiht Udo den „Country Music Award“ für die amerikanische Version von „Buenos Dias, Argentina“. Eine demoskopische Umfrage des Instituts Allensbach ergibt für Udo einen Bekanntheitsgrad von 95% in der deutschen Bevölkerung.

Nachdem Bandleader Pepe Lienhard sich entschieden hat, trotz des riesigen Erfolges seines Sextetts, eine Bigband auf die Beine zu stellen, beschließt Udo ihn künftig für alle seine Auftritt zu verpflichten.

Udo ist der meistgespielte deutschsprachige Künstler von allen deutschen Radiosendern und Erfolge und Auszeichnungen überschlagen sich förmlich.

1982 und 1983 folgt seine Tournee „Lust am Leben“. Bereits für den ersten Teil der Tournee erhält er wieder ein „Goldenes Concert Ticket“. Unter dem Tourneetitel entsteht auch eine ZDF-Personality-Show und eine Live-Doppel-LP. Bei der Tournee und Schallplatte arbeitet Udo mit dem Pepe Lienhard Orchester zusammen. Über 400.000 Besucher in 123 Konzerten sind ein neuer Rekord. Für eine internationale TV-Produktion wird Udo samt Glasflügel auf das 3454 Meter hoch gelegene Jungfrauenjoch in den Schweizer Alpen geflogen. Diese Bilder des Traumtänzers gehen durch die Printmedien sowie die News- und Show-Sendungen rund um die Welt.

Am 30. September 1984 feiert Udo seinen 50. Geburtstag. Er wird Botschafter des guten Willens und tritt auf zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen auf.

Die Tournee „Udo Hautnah“ mit dem Orchester Pepe Lienhard startet. Mit 130 Konzerten und insgesamt 430’000 Besuchern wiederum ein Großerfolg. Und auch hier geht ohne ein Requisit gar nichts mehr: Die Leute warten darauf und es ist inzwischen unentbehrlich und berühmt geworden – Der weiße Bademantel.

Udo Jürgens im Bademantel

Udo eröffnet 1986 die „Wiener Festwochen“ auf dem Rathausplatz vor über 30.000 begeisterten Zuschauern. Er wird begleitet von den Wienern Symphonikern unter der Leitung von Peter Falk, dem Pepe Lienhard Orchester, dem Schönberg Chor und den Gumpoldskirchner Spatzen.

Udo`s Tournee „Deinetwegen“ führt 1987 mit 106 Konzerten und 400’000 Besuchern durch die Schweiz, Österreich, Deutschland, die Beneluxländer und erstmals seit zwanzig Jahren wieder in die DDR: Zur 750-Jahrfeier Berlins begehren 200.000 Menschen Einlass zu seinen beiden Konzerten im Friedrichstadtpalast.

Seine 12. Tournee „Ohne Maske“ begeistert 1989 an 107 Konzerten 410.000 Besucher. Bei seinem letzten Konzert vor dem Fall der Mauer erlebt er einen seiner bewegendsten Momente. Udo erzählt: „ Bei der Textzeile –Der Riss durch Berlin, der lautlose Schrei in die Welt hinaus- sind tausende Menschen aufgesprungen und haben getobt. Ich konnte nicht mehr weitersingen auf der Bühne. Das war ein derart emotionaler Moment, den man im Leben nie mehr vergißt.“

Im Januar 1992 bereitet sich Udo auf seine neue Tournee vor. In einem versteckten Lokal in der Züricher Altstadt finden die Proben statt. Ein Mammutprogramm mit 87 Konzerten. Die Arbeit an einer Tournee begann für Udo meist zehn Monate vorher mit dem Erarbeiten des Repertoires. Er erstellte sich eine Liste der Songs die er spielen wollte. Im Computer hört er sich seine Tournee-Lieder an.  Drei Monate vor dem Start hat er ein Tournee-Buch zusammengestellt, in dem die Texte der Titel in der zu spielenden Reihenfolge enthalten sind, damit er sich daran gewöhnen kann. Alles wird sorgfältig einstudiert; so näherte er sich dem Endprodukt. 2 Wochen vor dem Tourneestart beginnen die Proben mit dem Orchester. Und so geht es am 31. Januar 1992 in der Wiener Stadthalle los.

Eintrittskarte

Der vier Monate-Konzert-Marathon unter dem Motto „Geradeaus“ gerät zum Triumphzug durch die deutschsprachigen Länder: praktisch alle Konzerte sind ausverkauft. Das Konzert von Villach wird vom ZDF ausgestrahlt und von BMG Ariola als Videokassette veröffentlicht. Die Tournee wird um zwölf Klassik-Konzerte mit dem Titel „Open-Air-Symphony“ verlängert. Zusammen mit dem Symphonie-Rundfunkorchester, dem Kinder- und Jugendchor Frankfurt sowie dem Pepe Lienhard Orchester stehen unter der Leitung von Dirigent Prof. Dr. Peter Falk annähernd 110 Musiker und Sänger auf der Bühne. Der Auftritt im römischen Amphitheater von Windisch (bei Zürich) wird für eine Doppel-CD und ein Kaufvideo aufgezeichnet. RTL sendet das Konzert in der zweiten Jahreshälfte gleich zweimal. Konzertbilanz der 12. Tournee: Insgesamt 87 Konzerte und 520.000 Zuhörer. Das Konzert des Jahres und das grösste Open-Air-Konzert des europäischen Kontinentes aller Zeiten findet in Wien beim Donauinselfest statt: fast 250.000 Zuschauer kommen am 27. Juni auf die Donauinsel in Wien, um Udo 4 Stunden lang zu erleben.

1993 unterzeichnet Udo Jürgens einen lebenslangen Schallplattenvertrages mit BMG Ariola, was in der Geschichte der deutschen Phonoindustrie einmalig ist.

Udo Jürgens erhält für sein „künstlerisches Lebenswerk“ von der Deutschen Phonoakademie den „Echo 1993“. Dieser Preis, so scheint es, steht für etwas Endgültiges. Er sagte dazu: „Sicherlich. Aber damit muss man einfach leben, wenn man in meinem Alter noch Musik macht. Wobei solche Preise natürlich häufig Leute erhalten, die kaum noch die Bühne betreten können  …  so empfinde ich das in meinem Fall nicht. Man gibt mir das für eine lange Periode, die ich mittlerweile auf der Bühne stehe, aber jeder weiß, dass ich noch unheimlich aktiv bin und der Preis nicht nostalgisch ist“.

Im Jahr 1994 startet er zu seiner vierzehnten Tournee, die unter dem Titel „Die Grössenwahntour“ nahezu acht Monate lang durch Deutschland und die deutschsprachigen Nachbarländer führt. Die Tournee 1994/1995 ist mit nahezu 500.000 Besuchern bei 140 Konzerten die erfolgreichste Tournee der Konzertsaison in Europa. Anlässlich seiner beiden Konzerte in Wien erhält Udo Jürgens im Februar von Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky die höchste Auszeichnung seiner Heimat Österreich, das „Grosse Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“.

1996 erreicht Udo mit dem Album „Aber bitte mit Sahne“ in Österreich Platin-Status.

Seine Konzerttournee „Gestern, Heute, Morgen“ startet am 18. Januar 1997 in Berlin und wird aufgrund des grossen Erfolges, nach zusätzlichen Openair-Aufführungen im Sommer, im Herbst nochmals verlängert. Die insgesamt 111 Konzerte werden von weit über 300’000 Zuschauern besucht. Im  Gepäck hat er seine 500 Kompositionen, wenn er in Deutschland, der Schweiz und Österreich sein Publikum zu begeistern versucht. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, denn immerhin sind es zwischenzeitlich drei Generationen, die sich bei Udo`s Konzerten treffen. Doch bei ihm scheinen die Generationsunterschiede aufgehoben. Seine Lieder haben Jahrzehnte überdauert und genau wie er, nichts an Glanz verloren.

Udo Jürgens gründet 1999 eine Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Waisen in Not zu unterstützen. Zinseinnahmen aus dem vorgezogenen Kartenvorverkauf der Tournee 2000, 1 DM von jeder verkauften Konzertkarte und Tonträgern, sowie Spenden fließen in diese Stiftung.

Im November erhält Udo Jürgens in Berlin anläßlich der traditionsreichen ‚Bambi-Verleihung‘ einen „Ehren-Bambi“, womit sein bisheriges Lebenswerk gewürdigt wird.

Mit 66 Jahren live

Die Tournee „Udo 2000 – Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ wird bereits lange vor dem eigentlichen Beginn verlängert und weitere Konzerte für das Jahr 2001 angehängt.

Kanzler Gerhard Schröder überreicht Udo Jürgens den Bauer-Medienpreis „Goldene Feder“ für sein Lebenswerk. Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter, der die Gala organisiert hatte: „Udo Jürgens ist einer der größten deutschsprachigen Stars, der seit über 40 Jahren mit seinen zahlreichen Hits eine große Fangemeinde in aller Welt erfreut.“

Am 02. April 2001 beendet Udo Jürgens, zusammen mit dem Orchester Pepe Lienhard, nach 107 Konzerten mit über 400.000 Besuchern die Tournee „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Das aktuelle Album „Mit 66 Jahren – Was wichtig ist“ erreicht in Österreich und Deutschland den Goldstatus.

Dem Sänger und Komponisten Udo Jürgens wird im Juni die Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt Klagenfurt verliehen.

Start zur 18. Tournee 2003/2004 mit 103 Konzerten im deutschsprachigen Europa. Tourneebilanz: 400’000 Zuschauer und eine Sitzauslastung von rund 85%. Es folgt die Buchveröffentlichung „Der Mann mit dem Fagott“. Der biografische Familienroman hält sich wochenlang in den Spiegel-Belletristik-Charts. Die von Sandra Maischberger moderierte Eurovisionssendung „Leben für die Lieder“ zum 70. Geburtstag von Udo Jürgens erhält Bestnoten und ist mit 6.16 Mio. Zuschauern der Tages-Quotensieger aller deutschen TV-Programme. Für den Sommer 2005 werden wiederum 14 Open Air Solokonzerte geplant. Die nächste Konzerttournee mit Orchester soll 2006 stattfinden.

Die 20. Konzerttournee mit Orchester Pepe Lienhard startet am 26. Januar 2006 in der Köln-Arena. Auf Grund des großen Erfolges Verlängerung der Tournee im Herbst 2006. Die insgesamt 78 Konzerte werden von 320.000 Zuschauern besucht.

Ich w ar noch niemals in New York, Musical, Udo Jürgens

Am 2. Dezember 2007 findet die Weltpremiere des Musicals „Ich war noch niemals in New York“ rund um 23 Lieder von Udo Jürgens im TUI Operettenhaus in Hamburg statt. Vor der Premiere sind bereits 150’000 Karten verkauft – mehr als bei „Mamma Mia“ und beim „König der Löwen“.  Seitdem wurde das Musical in Wien (ab 2010), Stuttgart (ab 2010), Tokio (ab 2011), Oberhausen und Zürich (ab 2012) aufgeführt; in Berlin begann die Spielzeit im Frühjahr 2015.

Udo`s 22. Tournee mit dem Orchester Pepe Lienhard wird mit 330.000 Zuschauern an 63 Konzerten  in Bezug auf die Sitzbelegung die Erfolgreichste seiner Karriere. Am 30.09. 2009 strahlen die Sender ZDF, ORF und SF im Hauptabendprogramm anlässlich seines 75. Geburtstages eine von Markus Lanz moderierte Spezialsendung aus. Die Einschaltquote in allen drei Ländern beträgt über 6 Millionen Zuschauer. Das Musical „Ich war noch niemals in New York“ kann im Hamburger TUI-Operettenhaus den Millionsten Besucher begrüßen.

Das World Economic Forum verleiht Udo im Jahr 2010, neben dem klassischen Starpianisten Lang Lang, in Davos den „Crystal Award“ für „seinen Einsatz für eine bessere Welt“. Udo beendet seine 12-Stationen Sommer Solo-Tournee „Der Solo-Abend 2010“ mit 49’000 Zuschauern, was einer Auslastung von 92 % entspricht. Im September startet die Verfilmung seines Roman-Bestsellers „Der Mann mit dem Fagott“.

40 Jahre nach seinem Nummer 1 Hit „Wakare no asa“ kann Udo i n Tokyo ein spektakuläres Comeback feiern: Seinem Musical „Ich war noch niemals in New York“ gelingt unter dem englischen Titel „I’ve never been to New York“ in der japanischen Version und Besetzung im Imperial Theater eine glanzvolle Premiere. Seit der Premiere am 2. Dezember 2007 haben das Musical in Tokyo, Hamburg, Stuttgart und Wien bereits mehr als 2 Millionen Zuschauer gesehen.

Am 1. Februar 2012 folgt der Start zur Konzerttournee „Der ganz normale Wahnsinn“ in Berlin. Bereits im November 2011 kann auf Grund der grossen Kartennachfrage eine Tournee-Verlängerung im Herbst angekündigt werden.

Im Februar 2014 erhält Udo in Zürich für sein Lebenswerk den „Prix du Champagne“. Auftritt am Semper-Opernball mit Verleihung des „St. Georg Ordens“. Als spezielles Zeichen  seiner Beliebtheit und als Überraschung sangen die 13’000 Zuschauer für Udo auf dem Theaterplatz vor der Oper „Merci Udo“. Es folgt die Veröffentlichung des 53. Studioalbums „Mitten im Leben“ das in Deutschland und Österreich „Gold“ erreicht. In Berlin wird ihm der „Deutsche Musikautorenpreis“ der GEMA verliehen. Begründung der Jury: „Mit dem diesjährigen Preis für das Lebenswerk ehrt die Jury des Deutschen Musikautorenpreises das Schaffen eines Musikers, der seit fünf Jahrzehnten die deutsche Musikszene prägt und beispiellose Erfolge verzeichnet. Als Komponist und Textdichter ist es Udo Jürgens gelungen, unvergessliche Melodien mit mal heiteren, mal nachdenklichen und philosophischen Texten zu vereinen.“

Deutscher Musikautorenpreis der Gema für Udo Jürgens

Udo erhält den „Bauer Star Award“ für das Lebenswerk. Rund um den 80. Geburtstag werden in den deutschsprachigen Ländern etliche „Udo-Jürgens-Tage“ zelebriert. Die Geburtstags-Eurovisionssendung von ZDF/ORF/SF ist mit 5.3 Mio Zuschauern ein absoluter Quotenrenner. Die 25. Konzerttournee ist bereits bei Tourneestart ausverkauft. Wegen der grossen Nachfrage werden für 2015 Zusatzkonzerte angesetzt.

Am 21. Dezember 2014 stirbt Udo Jürgens im Alter von 80 Jahren bei einem Spaziergang am Bodensee, während der Tournee-Pause, ganz unerwartet an einem akuten Herzversagen. Nur zwei Wochen vorher hatte er in Zürich den ersten Teil seiner 25. Tournee „Mitten im Leben“ beendet.

Udo im Alter

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Anmerkung:

Ich bitte um Verständnis, daß hier nicht das gesamte Schaffen, alle Preise, Auszeichnungen und jede Begebenheit des umfassenden Lebens des Ausnahmekünstlers Udo Jürgens notiert sind. Es soll sich lediglich um eine grobe Linie handeln, einen ersten Eindruck seines imposenanten Lebenswerkes. Darüberhinausgehende Infos, Anekdoten und persönliche Infos, auch über den Menschen Udo Jürgens, hören und erleben Sie in meinem konzertanten Programm…